Schorsch Bross insziniert auf der European Juggling Convention eine große Bavarian Night mit 72 Künstlern.

Im Rahmen der European Juggling Convention in München moderierte Schorsch Bross am 7.8. auf dem Königsplatz die Eröffnungsshow. Am 8.8. fand die Bavarian Night in der Olympiahalle statt, die von ihm mit 72 Künstlern inszieniert wurde und er und mit auftrat.

Dazu schreibt Bertram Wagner am 10.8. im fränkischen Tag:

Mit zwölf Mark fing vor 25 Jahren alles an
Schorsch Bross gibt dem europäischen Festival der Jongleure in München eine deutliche Bamberger Handschrift. Das “Urgestein der bayerischen Jongleure” moderierte auf dem Königsplatz vor 4000 Künstlern und Fans nicht nur die Eröffnungsshow, sondern sorgte mit der “Bavarian Night” in der Olympia-Halle für ein Highlight, bei dem 25 Bamberger aus dem “Mittwochs-Jongliertreff” ihr Handwerk verstanden und über 2000 Zuschauer begeisterten.

Schorsch Bross: Er kam, sah und inszenierte die “Bavarian-Night” und die Eröffnungsshow beim Europäischen Jonglier-Festival in München. Unumstritten sind diese zwei Aufführungen ein Highlight im künstlerischen Leben des Schorsch Bross, der – das Schicksal wollte es so – auf den Tag genau vor 25 Jahren erstmals vor (sehr kleinem) Publikum auftrat. Wer konnte wohl ahnen, dass der damalige Hobby-Künstler mit seinem Auftritt beim Sommerfest auf dem Olympiagelände und seinen Darbietungen in der Fußgängerzone (“maximal 15 Leute standen damals gleichzeitig da”) ein Viertel Jahrhundert später Regie bei der EJC führt und in drei Sprachen (und natürlich einigen künstlerischen Einlagen) dieses Festival beim Opening moderiert. Der fast 50-Jährige gilt wahrlich als “Institution” (“von 95 Prozent der Künstler könnte ich altersmäßig der Vater sein”) und erinnert sich noch ganz genau an den Fußgängerzonen-Verdienst: “12 Mark lagen im Hut, nach einer Show!”

Dass Schorsch Bross dieses Vertrauen der Veranstalter, was zugleich eine große Wertschätzung bedeutet, bekommen hat, verwundert keineswegs, wenn man in die Vita des “Machers” schaut. Er ist seit vielen Jahren ein gefragter Mann in der Szene, brachte die Jonglierkunst an die Universität in München, lernte Hunderte von Amateuren in der ZHS das Jonglieren und verfasste Bücher, mit denen er wohl um die 50 000 Menschen die Kunst mit den Bällen und Keulen beibrachte. Fazit: Er hat viel bewegt in München – und seit 20 Jahren auch in Bamberg. Die “Bavarian Night” hat ihre Keimzelle im Zirkus Giovanni, Teile davon konnten im Januar über 1000 Zuschauer bereits genießen.

“Diese München-Auftritte sind für mich wie ein Klammer, die 25 Jahre festhält. Es ist wie eine Fügung nach den vielen Jahren in München und Bamberg”, leuchten bei ihm die Augen, und dies nicht nur wegen der perfekten “Bayerischen Nacht”, bei der er 72 Künstler unter einen Hut brachte. “es hat perfekt funktioniert, die Künstler haben die Regie mit hoher Akzeptanz und Konzentration angenommen und perfekt umgesetzt”, bilanzierte er überglücklich bei den Aufräumungsarbeiten in den Katakomben der Halle.

Auf diesen “roten Faden” von der Fußgängerzone 1986 bis zum Königsplatz 2011 kann Schorsch Bross schon stolz sein. In 25 Jahren hat er tausende von Shows gespielt, seine Auftritte führten ihn in 12 Länder und seine Referenzen lesen sich wie das Who is Who der deutschen Wirtschaft und es ist für ihn immer noch ein großes Geschenk seit über 20 Jahren von seiner Bühnenkunst als Profi leben zu können. Er ist ein Tausendsassa: Er moderierte, trommelte auf dem Königsplatz, schwang sich aufs Hochrad, sang, jonglierte, ehe dann am Tag darauf mit dem Sound-Check um 16 Uhr der auf die Minute genau abgesteckte Probenplan begann. Fünf Stunden höchste Konzentration, dann etwas durchschnaufen und sammeln, ehe die “Bavarian Night”, bei der Schorsch Bross 90 Minuten keine Sekunde verschnaufen konnte, eindrucksvoll begann. Wenn er nicht selbst auf der Bühne stand, galt sein Blick der Technik und den anderen Künstlern. Eine Engergieleistung sondersgleichen!

Von wegen Zurücklehnen am Tag nach den zwei “Highlight-Klammern”: Schorsch Bross, der Kunst des Motivierens aus dem eff-eff beherrscht, übernahm noch einen Workshop, ehe er sich mit der Gewissheit, dass diese Münchner Tage für ihn und die Bamberger “Mittwochs-Jongleure” – solche Auftritte hat es in dieser Form noch nicht gegeben – unvergessen bleiben werden, Richtung Mittelmeer verabschiedete. Diese Europa-Veranstaltung (5300 Anmeldungen, Etat 600 000 Euro, 50 000 Mails) mit der Bamberger Handschrift wird bei vielen unvergessen bleiben.

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